Sie befinden sich hier: Haus & Hof
Dienstag, 24.10.2017

Hausforschung

Isometrie Wohnstallhaus

Hausforschung untersucht die bauliche und räumliche Erscheinung und fragt nach ihrer funktionalen und sozialen Bedeutung ? im Mittelpunkt der Forschung stehen die überkommenen Bürger- und Bauernhäuser.

Häuser geben Auskunft über die wirtschaftlichen Verhältnisse, sozialen Beziehungen und kulturellen Leistungen ihrer Erbauer und Nutzer. Sie charakterisieren darüber hinaus auch eine Zeit, eine Gegend und soziale Schichten. Im Wandel des Hausbaus spiegeln sich gesellschaftliche Prozesse materiell wieder. Zudem sind Häuser relativ langlebige Objekte, und bilden somit eine unschätzbare Quelle für die Kultur breiter Bevölkerungskreise, für die nur wenige oder keine schriftliche Quellen vorhanden sind.
Die zeitliche Fortsetzung der volkskundlichen Hausforschung in die Vergangenheit stellt die prähistorische Hausforschung dar, die Reste und Spuren im Boden von Häusern untersucht. Als Bindeglied entwickelt sich in den letzten Jahren die Archäologie des Mittelalters, da hier volkskundliche, bauhistorische und archäologische Fragestellung zusammenkommen.

Unser Verein beschäftigt sich mit der Erforschung der ältesten Bauernhäuser in Thüringen und sucht insbesondere ähnliche Häuser wie unser Wohnstallhaus von 1599. Die älteren Bauernhäuser in Mittel- und Ostthüringen besitzen oft eine (hölzerne) Stube im Obergeschoß, unter der sich im Erdgeschoß ein oder zwei nur wenig eingetiefte Gewölbekeller befinden, so dass gegenüber anderen Häusern ein normaler Raum wie Stube oder Kammer mit den dazugehörigen Fenstern an dieser Stelle fehlt. In einigen Gebäuden ist die neben dem Keller oder im Mittelflur gelegene Schwarze Küche noch nachweisbar.
Eine Dokumentation und eine vergleichende Untersuchung der Bauernhäuser und ihrer Wirtschaftsgebäude in Thüringen ist bisher nicht erfolgt. Gerade diese alten Gebäude werden aber zunehmend abgerissen oder durch Sanierung ihrer geschichtlichen Aussagen weitgehend beraubt, so dass die Zeit drängt.
Die Grundlage für eine solche Arbeit bildet eine möglichst umfängliche Erfassung der noch vorhandenen Gebäude aber auch derjenigen Häuser, die im 20. Jahrhundert abgerissen wurden und noch als solche bekannt sind oder in alten Fotos festgehalten wurden.
Bauhistorische Befunde an den zumeist privaten Bauernhäusern sind in der Regel nicht veröffentlicht und nur wenigen ?Insidern? bekannt. Das erschwert die wissenschaftliche Arbeit außerordentlich, zumal die Befunde bei Sanierungsarbeiten regelmäßig undokumentiert zerstört werden.

Falls Sie unsere Arbeit unterstützen wollen und Ihnen solche oder andere Bauernhäuser aus der Zeit bis ca. 1650 bekannt sind, bitten wir Sie, mit uns Kontakt auf zu nehemen.

Torsten Lieberenz, Plan 4, D-99425 Weimar
Telefon / Fax: 036 43 / 45 79 431, Mobil: 0162 / 57 25 431
E-Mail: T.Lieberenz(at)web(dot)de