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Dienstag, 24.10.2017

Die Hockergräber von Hohlstedt

Am 22.3.1938 fanden Mitarbeiter der Baufirma Fröhlich, Jena, Skelettreste, Reste eines Schnurbechers, 1 großes Knochengerät und ein Schädelteil.

Vom Skelett wurde die Beckengegend, die Wirbelsäule, der Brustkorb und der Unterarm gefunden.

All diese Fundstücke übergaben sie dem Lehrer Karl Keller, der seinerseits die zuständigen Stellen informierte. Bei weiterer Suche fand man eine Amphora mit Schnurverzierungen und Henkelösen und ein zweites Feuersteinmesser.

"Die Fundstelle befand sich auf der nördlichen Straßenseite, 233 m von der neuen Straßeneinmündung und 1,30 m von der Fluchtlinie auf die Fahrbahn"

Am 23.3.1938 stieß der Arbeiter Richard Gruber, Kahla, erneut auf Knochen. Dies Mal hörte er sofort auf zu graben und meldete den Fund Herrn Keller. Für die sofortige Unterbrechung der Arbeit wurde den "durstigen Arbeitern" ein Kasten Bier spendiert. Die Fachleute G. Loewe und R. Taubert wurden hinzugezogen. Sie legten das Grab frei, vermaßen und untersuchten es.

Die Entfernung bis zur Oberfläche betrug 1,10 m.

Das Grab selber war 0,70 m tief. Die obere Breite betrug 1,20 m, auf dem Grund war es 0,90 m breit. Die Grube befand sich in einer Lehmschicht und reichte bis in die darunter liegende "Lettenschicht" hinein.

Im Grab fand man 9 Scherben Schnurkeramik, eine Füßchenschale von schlechter Qualität (wahrscheinlich schon als Beigabe beschädigt) und Reste eines Flintmessers und natürlich ein Skelett. Der Tote war in Hockerstellung begraben worden. Der "Hocker" war in Nord- Süd Richtung beerdigt worden.

"Von der Einmündung der Umgehungsstraße vom Kapellendorfer Weg war Grab 2 164 m entfernt und lag 0,90 m südlich von der nördlichen Straßenböschung. Grab 2 befand sich 69 m westlich von Grab 1."

Das Lehrerehepaar Keller half beim Freilegen des Skelettes tatkräftig mit.

Quelle:

Nach dem Bericht von Rudolf Taubert,

In "" eingeschlossene Stellen sind Originalzitate.

Alle Bildrechte liegen beim Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte der FSU Jena