Hausforschung

Die Hausforschung untersucht die bauliche und räumliche Erscheinung überkommener Bürger- und Bauernhäuser und fragt nach ihrer funktionalen und sozialen Bedeutung .

Häuser geben Auskunft über die wirtschaftlichen Verhältnisse, sozialen Beziehungen und kulturellen Leistungen ihrer Erbauer und Nutzer. Sie charakterisieren darüber hinaus auch eine Zeit, eine Gegend und soziale Schichten. Im Wandel des Hausbaus spiegeln sich gesellschaftliche Prozesse materiell wieder. Zudem sind Häuser relativ langlebige Objekte, und bilden somit eine unschätzbare Quelle für die Kultur breiter Bevölkerungskreise, für die nur wenige oder keine schriftliche Quellen vorhanden sind.

 

Unser Wohnstallhaus stammt aus dem Jahr 1599, steht aber teilweise auf den Mauern eines Vorgängerbaus. Die älteren Bauernhäuser in Mittel- und Ostthüringen besitzen oft eine (hölzerne) Stube im Obergeschoß, unter der sich im Erdgeschoß ein oder zwei nur wenig eingetiefte Gewölbekeller befinden, so dass gegenüber anderen Häusern ein normaler Raum wie Stube oder Kammer mit den dazugehörigen Fenstern an dieser Stelle fehlt. In einigen Gebäuden ist die neben dem Keller oder im Mittelflur gelegene Schwarze Küche noch nachweisbar.

Die Besonderheit des Eulensteinschen Hof ist es, dass sich die erwähnte Bohlenstube im ersten Stock befindet. Diese räumliche Anordnung ist im ländlichen Raum westlich der Saale einmalig, in den Bürgerhäusern der Stadt Jena aber mehrmals nachweisbar. 

Eine Dokumentation und eine vergleichende Untersuchung der Bauernhäuser und ihrer Wirtschaftsgebäude in Thüringen ist bisher nicht erfolgt. Gerade diese alten Gebäude werden aber zunehmend abgerissen oder durch Sanierung ihrer geschichtlichen Aussagen weitgehend beraubt.

Falls Ihnen Bauernhäuser aus der Zeit bis ca. 1650 bekannt sind, bitten wir Sie, mit uns Kontakt auf zu nehmen.

Torsten Lieberenz, Plan 4, D-99425 Weimar
Telefon / Fax: 036 43 / 45 79 431, Mobil: 0162 / 57 25 431
Email: t.lieberenz@web.de